Diözese St. Pölten

  

Einkehrtag im Stift Seitenstetten

9. März 2019

„Zeichen in der Bibel und Kirche“

Zu einem Einkehrtag unter diesem Thema treffen sich 20 Mesnerinnen und Mesner im Raum Scholastiker des Stiftes Seitenstetten am 9. März 2019.

P. Leo Heimberger hat sich mit einigen Beispielen und sehr anschaulich, an dieses Thema herangetastet. „Wir Menschen brauchen und haben Zeichen“, sagt P. Leo und weiter erläuterte er uns „Ganz früher gab es Rauchzeichen, jeder von uns versteht das Zeichen „Daumen hoch, Daumen nach unten“, mit vielen Zeichen verständigen sich Taubstumme, im Straßenverkehr haben wir ganz viele Zeichen, …“

Wir haben eine große Anzahl von Zeichen in der Bibel: Durch den Stern von Bethlehem finden die Weisen Christus. Bei der Hochzeit zu Kanaan sind Wasser und Wein wichtige Zeichen: Wasser bedeutet Leben – Wein bringt Freude, schafft Leben. Die Fußwaschung beim Abendmahl, Jesus ist zum Diener für die Apostel geworden. Das Kreuz ist wie ein +Plus und verbindet etwas miteinander, oben und unten, links und rechts - z.B.: Rotes Kreuz „verbindet etwas“ nicht nur Wunden, auch menschlich und geistig, …
„Der Hochaltar in der Basilika Mariazell ist ein doppeltes Zeichen für das Kreuz. Zwischen dem Hl. Geist oben und der Weltkugel unten, ist Christus am Kreuz. Von hinten hält der Vater den Sohn mit der rechten Hand und verweist mit der linken Hand auf die kommende Herrlichkeit“, so P. Leo Heimberger mit dem Bild des Hochaltares in der Hand.

Wir kennen auch die Zeichen unserer Hände, die positiven: des Berührens, die Zärtlichkeit, … aber auch die negativen: Das Drohen, das Schlagen, … Gott hat keine Hände, nur unsere.

Für uns als Mesner gibt es auch viele Zeichen: Wir sind Wegbegleiter – machen den Weg frei, ebnen, öffnen, sperren auf. Glocken, sind Zeichen für Verkündigung. Ein schöner und sauber gedeckter Tisch, ist ein Zeichen der Gastlichkeit, wir benützen „edles Geschirr“. Am Altar verwenden wir saubere Altarwäsche, einen vergoldeten Kelch und eine wertvolle Hostienschale. Denn es kommt ein großer Gast, Jesus. Das Lektionar ist ein wichtiges Buch in der Kirche, nur geöffnet kann es zu uns sprechen. Öl soll schützen und macht geschmeidig. Kerzen durchbrechen die Dunkelheit. Zu Ostern erfahren wir Tod und Auferstehung, der Auferstandene ist in das Licht aufgefahren.

Einige dieser Überlegungen von P. Leo Heimberger sollen uns zum Nachdenken anregen. Wir müssen versuchen die Zeichen, denen wir täglich begegnen und mit denen wir uns verständigen auch richtig deuten und verstehen lernen.

Nach einer kleinen Pause treffen wir uns in der Stiftskirche, wo wir gemeinsam den Kreuzweg Jesu betrachten und das Sakrament der Versöhnung empfangen können.

Am Nachmittag dieses Tages hält unter aktiver Beteiligung der Mesnerinnen und Mesner, Dr. Reinhard Pichler von der Stabstelle für Gewaltprävention der Diözese St. Pölten, eine Vortrag zum Thema: Prävention – Missbrauch.

Richard Wöginger