Diözese St. Pölten

  

Maiandacht in der
Bründlkapelle in Dietmanns

27. Mai 2018

Eine Quelle, die nie zufriert …

Am Sonntag den 27. Mai 2018, trafen einander in der Bründlkapelle bei Dietmanns im oberen Waldviertel 30 Mesnerinnen und Mesner, teils mit Begleitung, aus allen Regionen unserer Diözese zur traditionellen Maiandacht. Obwohl es immer heißt, dass es im Waldviertel so kalt ist, war herrlichstes Kaiserwetter und wir kamen ins Schwitzen.

Vom Ursprungsmarterl führte uns die kleine Prozession in die neugotische Wallfahrtskirche, wo uns der hochwürdigste Herr Stadtpfarrer Mag. Josef Pichler herzlichst begrüßte und "seine" Wallfahrtskirche erklärte: Im 18. Jhdt. wurde ein Marienbild an einer Buche befestigt, neben der eine Quelle entspringt, die selbst im Winter nie zugefroren ist, etliche Heilungen, besonders von Augenleiden sind bezeugt.

Auf private Initiative wurde in nur 8 Jahren die Kirche aufgebaut und am 8. September 1902 geweiht, am 15. August ist immer der große Wallfahrtstag, es kommen durchs Jahr hindurch auch Kreuzscharen aus der näheren Umgebung; in letzter Zeit ist sie auch zu einer beliebten Hochzeitskirche geworden.

Besonders bedankte er sich auch bei seinem Mesner Ehepaar Berta und Richard Litschauer, welche auch uns bestens betreuten, und die Kirche festlich geschmückt haben. Der Herr Stadtpfarrer hob hervor, dass die Mesner viele unentgeltliche Stunden zum Wohle der Kirchen und Kapellen aufbringen und dass es leider nur zu Weihnachten und Ostern kleine Aufmerksamkeiten geben kann. Ich möchte noch anfügen, dass wir wie die "Gnadenquelle" immer mit Freude in unserem Dienst in Bewegung bleiben und nie erkalten und einfrieren mögen.

In Groß-Siegharts ist ein Mesner-Ehepaar am Werk, und so ein bewehrtes Ehepaar waren auch Franziska und Franz Jägerstätter, in deren Gedenken wir unsere Maiandacht hielten. Das Beispiel des durchhaltenden Seligen Franz Jägerstätter, der sich nicht vom Weg des Glaubens und der Gottesliebe abbringen ließ, wurde uns in vielen Texten nahe gebracht und stärkt uns auch durchzuhalten und treu im Glauben und im Mesnerdienst zu bleiben.

Auch die hl. Gottesmutter Maria kam beim Gebet nicht zu kurz, sie ist es ja, die im Stillen Jesus zur Seite gestanden ist und alles in ihrem Herzen bewahrt hat. So ist sie auch uns Vorbild und Fürsprecherin zugleich.

Nach den vielen Eindrücken bei der Andacht, führte uns der Weg noch in einen Gasthof, wo es zu einem herzlichen und regen Austausch unter den Mesner Kollegen kam.

An Seele und Leib gestärkt führte dann einen jeden wieder sein Weg zurück in den eigenen Wirkungsbereich.

Ich bin mir gewiss, dass sich ein jeder noch lange und gerne an diese Maiandacht erinnert.

 

Richard J. RUDOLF Auxiliarmesner in Ernsthofen