Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Sakristanenverbände

ADS-Tagung in Landschlacht

Zum 40. Mal trafen sich vom 15. bis 18. Januar 2017 in Landschlacht bei Kreuzlingen am Bodensee die Delegierten der deutschsprachigen Sakristanenverbände zu ihrem jährlichen Gedanken austausch. Gastgeber war diesmal der Schweizer Sakristanenverband, der unter der Re ie von Präsident Benno Müller und Vorstands mit glied Monika Cadosch auch ein sehr ab wechslungsreiches Rahmenprogramm zusammen gestellt hatte.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Klaus Probst (Dillingen) und dem Grußwort der Gastgeber wurde im Tagungshaus des Blindenzentrums die inhaltliche Arbeit aufgenommen. ADS-Präses Monsignore Walter Juen (Rankweil) gab der Versammlung einige Gedanken zum Thema „Heilige“ und „Heiligenverehrung“ mit auf den Weg. Das Wort „heilig“ habe die Bedeutung: heilend zu wirken, heilend mit den Menschen umgehen, die Heiligkeit Gottes spürbar werden zu lassen. Wenn Heilige verehrt werden, so Juen, habe dies laut Kardinal Gerhard Ludwig Müller drei Dimensionen: erstens gedenkend, zweitens das Beispiel des Heiligen nachahmend und drittens um die Fürsprache der Heiligen betend. Hier zeige sich am besten die Einheit der Lebenden mit den Toten: vor Gott gibt es keine Grenze.


In seinem Rechenschaftsbericht ging der Vorsitzende zunächst nochmals rückblickend auf die Tagung 2016 in Regensburg und im Kloster Weltenburg ein. Probst erinnerte daran, dass sein Vorgänger Martin Salzmann bei dieser Tagung zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Auch das 50-jährige Bestehen des Mesner verbandes Bozen-Brixen nahm er in den Blick, wo manche Mitgliedsverbände der ADS mit feierten. Schließlich reflektierte er die Kirchenfachmesse GLORIA in Augsburg, bei der die Mesner mit einem Stand präsent waren, und verwies auf die nun schon zur Tradition gewordene Jägerstätter-Wallfahrt auf dem Maria hilfberg in Neumarkt in der Oberpfalz.


Der Kassenbericht von Michael Heyrichs zeigt, dass die ADS finanziell noch immer gut ausgestattet ist. Das ist auch dem Verkauf des von der ADS herausgegebenen Buches „Der Sakristanendienst“ und der inzwischen vergriffenen Werkmappe „Werkbuch Sakristei“ zu verdanken. In einer regen Diskussion wurde der Antrag des Schweizer Sakristanenverbandes, die ADS-Tagungkünftig nur noch alle zwei Jahre statt finden zu lassen, verhandelt. Hohe Kosten, weite Anreisewege und mangelnde Freistellungsregelungen für Veranstaltungen der Mesnerverbände waren Argumente für den Antrag. Im lebhaften Gedankenaustausch zeigte sich aber, dass eine deutliche Mehrheit für die Beibehaltung des jährlichen Turnus war, und so wurde auch beschlossen, die Treffen nach wie vor jährlich stattfinden zu lassen.

Wertvoll waren die Berichte aus den einzelnen Mitgliedsverbänden, die wieder eine Vielzahl an Aktivitäten der Sakristanenverbände vor Ort aufzeigten.


Der Nachmittag des Beratungstages griff die Gedanken zu Heiligen und Seligen vom Vormittag nochmals auf und wurde nun ganz konkret. Es wurde das Leben des Seligen Franz Jägerstätter und seiner Frau Franziska eingehend beleuchtet. Referentin war die Theologin und Jägerstätter-Biografin Dr. Erna Putz aus Oberösterreich. Durchwirkt von vielen persönlichen Begegnungen mit Franziska Jägerstätter stellte sie diese als demütige, bescheidene, sehr fromme, aber auch selbstbewusste und charmante Frau dar, die ihrem Mann Franz trotz persönlichem Ringen immer und manchmal sogar als Einzige die Treue hielt. Franziska Jägerstätter versah in der Nachfolge ihres Mannes bis Mai 1945 und von 1972 bis 2002 selbst den Mesnerdienst im kleinen Kirchlein von St. Radegund. Erna Putz ermutigte die Delegierten, weiterhin „von unten herauf“ die Verehrung des Seligen Franz Jägerstätter und seiner heiligmäßigen Frau Franziska voran zutreiben.


Im Rahmenprogramm besichtigten die Tagungsteilnehmer die Kartäuser-Klause in Ittingen, so wie die beiden großen, beeindruckenden Kreuzlinger Kirchen St. Stefan und St. Ulrich. Dort feierte Präses Monsignore Juen wie bereits tags zuvor in der uralten Landschlachter Kapelle mit den Mesnerinnen und Mesnern einen Gottesdienst.
Am Abschluss-Abend wurde in einer kleinen Feierstunde dankbare Rückschau auf 40 Jahre ADS gehalten. Vorsitzender Klaus Probst sagte in seiner Festrede: „Bei aller Unterschiedlichkeit sollten wir, wenn wir wieder auseinandergehen, immer gestärkt auseinander gehen.“ Ferner ist er sich sicher: „Jeder Rat, je der Austausch, ja jedes Wort, das wir in der ADS miteinander sprechen, ist bereits ein Ergebnis.“ Und er wünschte sich, dass eine breite Öffentlichkeit weiß, dass wir mit unserer Verbandsarbeit „etwas für die Kultur in unseren Ländern tun und christliche Werte hochhalten“. Ehrenvorsitzender Martin Salzmann verglich die ADS mit einem Schlüsselanhänger, der mehrere wichtige Schlüssel zusammenhält. Diese für die ADS wichtigsten Schlüssel seien Gastfreundschaft, Kollegialität und Zuhören können. Ehrenmitglied Franz Kopecky, der in der ADS seit dem Anfang mitarbeitet, stellte eben falls die Wichtigkeit des Gremiums fest, blickte in die Anfänge der ADS zurück und dante allen, die sich bisher für diese Gemeinschaft eingesetzt haben. Ein festliches Harfenspiel gab der Feier einen würdigen Rahmen. Am Ende dankte der Vorsitzende insbesondere dem gastgebenden Verband für die vorbildliche Gastfreundschaft und alles Mühen, den Teilnehmern den Aufenthalt in der Bodenseeregion interessant und angenehm zu machen.
Klaus Probst