Feierlicher
Trauungssegen

Zelebrant: 
Lasst uns beten, Brüder und Schwestern, 
zu Gott, unserm Vater, 
und ihn um seinen Segen bitten für dieses Brautpaar. 
Er möge mit seiner Hilfe immer bei ihnen sein, 
die er heute vereint im heiligen Ehebund.

Heiliger Vater, Schöpfer der Welt, 
du hast Mann und Frau nach deinem Bilde geschaffen 
und ihre Gemeinschaft gesegnet. 
Wir bitten dich für N. und N., 
die sich hier im Sakrament der Ehe verbinden. 

Herzlich Willkommen bei der Österreichischen Mesner Gemeinschaft

Auf unserer Homepage finden sie / findest du viele Informationen und wissenswertes über unsere Gemeinschaft.

Dein reicher Segen, Herr, 
komme herab auf Bräutigam und Braut, 
und die Kraft des Heiligen Geistes 
stärke ihre Liebe zueinander. 
(Lass sie mit Kindern gesegnet sein 
zu ihrer Freude 
und zur Freude deiner Kirche.)
Gib ihnen die Gnade, dass sie in frohen Tagen dich loben,
bei dir Trost finden in der Trauer, 
deine Hilfe spüren in der Not 
und bei all ihrem Tun deine Nähe erfahren. 
Steh ihnen bei, damit sie dir in der Gemeinschaft der Kirche 
danken und in der Welt Zeugnis für dich geben. 
Gib ihnen ein erfülltes Leben 
mit ihren Verwandten und Freunden
und führe sie nach dieser Zeit zum ewigen Hochzeitsmahl. 
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, 
unsern Herrn und Gott, 
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. 
Alle: Amen.

Mesnergebet

Jesus, mein Herr und mein Gott, ich liebe dein Haus, die Wohnstätte deiner Herrlichkeit. Vermehre meinen Glauben und meine Liebe und dadurch die Ehrfurcht vor deiner heiligen Gegenwart. Mit Freude will ich jeden Tag hintreten zum Hause des Herrn. Möge die Glut meines Herzens wie das Ewige Licht brennen. Lass mein Gebet wie Weihrauch zu dir emporsteigen. Der Eifer für dein Haus möge mich so verzehren, dass ich täglich würdig, aufmerksam und andächtig meinen erhabenen Dienst ausübe und dadurch mein ganzes Benehmen deine Ehre und Glorie fördere, mich selbst heilige und andere erbaue.
Amen.

Gebet zum sel. Franz Jägerstätter

Franz Jägerstätter war bereit, dir und deiner Botschaft trotz Marthyrium und Tod zu folgen. Aus Verbundenheit mit deinem Sohn Jesus Christus und in der Treue zu seinem Gewissen hat er entschieden nein gesagt zur Verleumdung der Gegenwart, zur Missachtung der menschlichen Würde und zum ungerechten Krieg. Im Vertrauen auf dich, HERR, hat er sein Leben hingegeben, weil er dich über alles liebet. Franziska war bereit, die Entscheidung ihres Mannes mitzutragen und so ihr Ja im Eheversprechen durch Leid und Anfeindungen über seinen Tod hinaus ihr ganzes Leben lang einzulösen. Beide, Franz und Franziska haben in der Kirche St. Radegund als Mesner gewirkt. Durch unseren Mesnerdienst wissen wir uns mit ihnen verbunden. Mit der Kraft des Geistes stärke uns in unseren Aufgaben, damit unsere Liebe zu dir und den Mitmenschen von Tag zu Tag wachsen kann. Amen.

 


Text: Toni Faber, Dompfarrer
Foto: Suzy Stöckl,

Geistliches Wort

Fast jeden Tag begegne ich Menschen, die eine tiefe Sehnsucht nach gelingenden Beziehungen in sich spüren, aber aus ihrer Sicht darin zu wenig Erfüllung erleben. Umso mehr freue ich mich darüber, dass ich jedes Jahr rund 70 Paare trauen oder segnen darf. Sie alle gehen mit Optimismus in ihre gemeinsame Zukunft, sie alle widersprechen der vielfach propagierten Lebensweise kurzfristiger und oberflächlicher Beziehungen dadurch, dass sie sich auf eine feste, ewige Bindung einlassen. Ganz bewusst bestärke ich deshalb die Trauungspaare in ihrem Mut zur dauerhaften Verbundenheit. Ich begleite sie gerne auf diesem wichtigen Schritt der Hochzeit und bemühe mich immer um eine stimmige, ganz persönliche und individuelle Feier, die Kraft und Ermutigung schenkt und der Liebe dieser zwei konkreten Menschen Ausdruck verleiht.

Die meisten Paare kenne ich noch nicht lange. Deshalb lasse ich mir immer unabhängig voneinander ihre Liebes geschichte erzählen. Bei der Trauung  versuche ich dann, mit dem Wort Gottes, mit den  starken sakramentalen Zeichen und Ritualen und mit dem Segen Gottes etwas zum Leuchten zu bringen, was in der Liebe der Brautleute vorhanden ist.

Das Äußere und das Innere im Zusammenspiel
Aus der Erfahrung mit den hunderten Paaren, die ich getraut habe und aus meinem eigenen Empfinden bei Hochzeiten weiß ich, wie wichtig auch der äußere Rahmen ist: eine festlich geschmückte Kirche, Kerzen, Blumen, Musik … Wir sind sinnenhafte Wesen, da ist es grundsätzlich schön, Feste zu feiern. Kirchenräume sind Stein gewordenes himmlisches Jerusalem, sie sind eine Begegnung mit dem Heiligen. Die äußerliche Ästhetik unterstreicht und verstärkt den sakramentalen Charakter der Ehe. Deshalb suchen sich die Paare „ihre“ Hochzeitskirche bewusst aus, denn das Äußere hat einen Einfluss auf unser Inneres, und umgekehrt spiegelt sich unser Inneres in dem, wie wir unser Außen gestalten.

Ein wichtiges Ritual ist mir schon lange, jedem Paar die Hochzeitskerze zu schenken. Ich lade sie damit auch ein, das große Fest der Trauung mit in ihren Alltag zu nehmen: die Kerze an ihrem Hochzeitstag, bei besonderen Ereignissen, aber auch gerade dann anzuzünden, wenn sie schwere Situationen miteinander erleben. Dennoch scheitern Beziehungen. Eine Realität unserer Zeit ist, dass generell die Bereitschaft zum Verzeihen nachgelassen hat. Es gelingt uns Menschen immer weniger, andere auch in ihren Untiefen anzunehmen und dennoch das Gute in ihnen zu sehen. Umso mehr brauchen wir den himmlischen Segen und dürfen nicht darin nachlassen, an das Gute und Große und an die Liebe zu glauben.


Beeindruckt und dankbar bin ich immer dann, wenn Ehe  paare Verantwortung füreinander übernehmen, wenn sie die Kraft der Verwandlung durch ein Kind erfahren oder wenn sie zu mir kommen, weil sie ihr Kind taufen lassen möchten. Da ist es meine schöne Auf gabe, ihnen Begleiter zu sein, Stütze zu bieten und mit ihnen das Sakrament zu feiern, das uns zu Kindern Gottes macht, die in seiner Liebe ein Leben lang geborgen sind.


Toni Faber, Dompfarrer St. Stephan