Segenswunsch

Abschiedlich leben.
Loslassen,
was ich besitzen will,
was mich besitzen will.
Loslassen.
Abschied nehmen
für eine Ankunft mit leichtem Gepäck.
Abschied hier ist Ankunft dort.
Einen Schritt weiter gehen.
Einen Schritt weg von mir.
Über meine Grenze. Zu dir.

Dort, wo du bist,
ist unzerstörbare Gegenwart.
Dort, wo du bist,
ist unzerstörbares Glück.
Wohnen im Licht.

Herzlich Willkommen bei der Österreichischen Mesner Gemeinschaft

Auf unserer Homepage finden sie / findest du viele Informationen und wissenswertes über unsere Gemeinschaft.

Mesnergebet

Jesus, mein Herr und mein Gott, ich liebe dein Haus, die Wohnstätte deiner Herrlichkeit. Vermehre meinen Glauben und meine Liebe und dadurch die Ehrfurcht vor deiner heiligen Gegenwart. Mit Freude will ich jeden Tag hintreten zum Hause des Herrn. Möge die Glut meines Herzens wie das Ewige Licht brennen. Lass mein Gebet wie Weihrauch zu dir emporsteigen. Der Eifer für dein Haus möge mich so verzehren, dass ich täglich würdig, aufmerksam und andächtig meinen erhabenen Dienst ausübe und dadurch mein ganzes Benehmen deine Ehre und Glorie fördere, mich selbst heilige und andere erbaue.
Amen.

Gebet zum sel. Franz Jägerstätter

Franz Jägerstätter war bereit, dir und deiner Botschaft trotz Marthyrium und Tod zu folgen. Aus Verbundenheit mit deinem Sohn Jesus Christus und in der Treue zu seinem Gewissen hat er entschieden nein gesagt zur Verleumdung der Gegenwart, zur Missachtung der menschlichen Würde und zum ungerechten Krieg. Im Vertrauen auf dich, HERR, hat er sein Leben hingegeben, weil er dich über alles liebet. Franziska war bereit, die Entscheidung ihres Mannes mitzutragen und so ihr Ja im Eheversprechen durch Leid und Anfeindungen über seinen Tod hinaus ihr ganzes Leben lang einzulösen. Beide, Franz und Franziska haben in der Kirche St. Radegund als Mesner gewirkt. Durch unseren Mesnerdienst wissen wir uns mit ihnen verbunden. Mit der Kraft des Geistes stärke uns in unseren Aufgaben, damit unsere Liebe zu dir und den Mitmenschen von Tag zu Tag wachsen kann. Amen.

 


Text:
Elmar Simma, Caritasseelsorger i. R.,
Mitbegründer der Hospizbewegung
in Vorarlberg
Foto: Simma

Sterben und Abschiedskultur


In diesem Bereich hat sich sehr viel geändert. Natürlich, gestorben wird immer, aber die Leute leben länger, und die Demenzfälle nehmen zu. Das wird zunehmend eine Herausforderung für die Familien und sozialen Einrichtungen.


Es ist ein Anliegen der Hospizbewegung, das Sterben als einen natürlichen Teil des Lebens zu sehen, aber dabei das Sterben nicht absichtlich zu verkürzen und gleichzeitig nicht unnötig zu verlängern. Das bedeutet oft eine Gratwanderung. Es ist ein Segen, dass die Palliativmedizin in der Schmerz- und Symptomlinderung Großartiges leistet. Es muss und soll niemand unnötig leiden. Das ist oft ein fälschliches Argument für den assistierten Suizid. Wir als Christen glauben, dass uns das Leben von Gott geschenkt ist, und wir geben es ihm im Tod zurück, wir lassen uns auf ihn hin fallen.

 

Für den Weg der Trauer ist es ganz wichtig und tröstlich, dass die Angehörigen sich auch körperlich von ihren Toten verabschieden. Das hilft, die Endgültigkeit des Sterbens annehmen zu können. Und dann folgen die verschiedenen Formen und Bräuche rund um die Beerdigung. Ich erlebe in diesem Bereich eine immer größere Privatisierung und Individualisierung. Es ist schade, wenn zunehmend die Verabschiedung oder Beerdigung nur im Familienkreis stattfindet. Man nimmt hier vielen Bekannten die Möglichkeit, sich von einem lieben Menschen verabschieden zu können. Oft schon haben Angehörige gesagt, dass es sie getröstet hat, wenn viele zur Beerdigung gekommen sind, oft Menschen, von denen sie es gar nicht erwartet hätten. Die Teilnahme an der Beerdigung ist immer auch ein Zeichen der Wertschätzung des oder der Verstorbenen, ebenso ein Zeichen der Verbundenheit mit den Angehörigen. Zunehmend haben die Trauerfamilien auch bestimmte Sonderwünsche bis hin zu unpassenden modernen Songs. Wenn es möglich ist, sollte die Urne oder der Sarg beim Gottesdienst in der Kirche sein und dann auch – was mir ganz wichtig ist – wirklich beerdigt und nicht nur stehen gelassen werden.


Es ist eine ungute Entwicklung, dass immer mehr Familien auf das gemeinsame Gebet am Vorabend des Begräbnisses verzichten. Das finde ich schade, denn erstens können hier viele teilnehmen, die bei der Beerdigung verhindert sind. Dieser Gottesdienst am Vorabend soll auch das Gebet der Pfarrgemeinde sein. Und zweitens kann die Totenwache sehr individuell und persönlich gestaltet werden, und da gibt es viele Möglich keiten.


Immer öfter gibt es bei uns auch „Friedwälder“, in denen Urnen bestattet werden können. Das schaut romantisch und naturverbunden aus. Manche Sterbenden möchten ihren Angehörigen keine weitere Arbeit machen. Man darf dort überhaupt kein persönliches Zeichen oder Andenken anbringen oder hinstellen. Aber wenn man ehrlich ist, sind die Verstorbenen dann immer weniger präsent. Für mich ist ein Grab, das man liebevoll pflegt, ein Zeichen der Verbundenheit, der Dankbarkeit und sogar Geborgenheit, weil wir da emotional unseren Verstorbenen besonders nahe sind.


Elmar Simma | Caritasseelsorger i. R.,
Mitbegründer der Hospizbewegung in Vorarlberg